Verkehrsverbund Luzern: Digitale Vernehmlassung zum neuen Nachtnetz 2022

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) lanciert zusammen mit den Kantonen Ob- und Nidwalden, den beteiligten Transportunternehmen und dem Tarifverbund Passepartout ein neues öV-Nachtnetz. Dieses soll per Mitte Dezember 2021 die heutigen Nachtangebote ablösen und in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden verkehren. Damit sich die verschiedenen Anspruchsgruppen zum Konzept äussern können, wurde vom VVL die erste digitale Vernehmlassung durchgeführt – mit Erfolg.


Breite Vernehmlassung zum Nachtnetzkonzept

Das neue Nachtnetz wurde vom VVL zusammen mit den beteiligten Transportunternehmen konzipiert und in einem Bericht festgehalten. Damit die Akzeptanz des neuen Nachtnetzes ermittelt werden konnte, wurde der Konzeptbericht einer breiten Vernehmlassung unterzogen. So wurden insgesamt 137 Gemeinden, regionale Entwicklungsträger, Nachbarkantone, Transportunternehmen, Parteien sowie Interessenverbände zur Vernehmlassung eingeladen – erstmals digital über die E-Mitwirkung.

Daniel Heer

Mit der E-Mitwirkung konnten wir die Stellungnahmen unterschiedlicher Stellen digital einholen und dank integrierter Teilnehmerverwaltung und kollaborativer Auswertungsfunktionen effizient und effektiv bearbeiten.

Daniel Heer
Projektleiter Verkehrsplanung, VVL

Effiziente Teilnehmerverwaltung

Gerade wenn viele unterschiedliche Stellen zu einer Vernehmlassung eingeladen werden, ist eine zentrale Verwaltung der Teilnehmenden wichtig. Mit der integrierten Teilnehmerverwaltung konnte der VVL die 137 verschiedenen Stellen in unterschiedliche Teilnehmerkategorien aufteilen und direkt über die E-Mitwirkung Einladungsmails, Erinnerungsmails und Übermittlungserinnerungen versenden. «Es sind bereits unterschiedliche und bei Bedarf individualisierbare E-Mail-Vorlagen in der E-Mitwirkung hinterlegt, so konnten wir die entsprechenden E-Mails ohne grossen Aufwand zum entsprechenden Zeitpunkt versenden», so Daniel Heer.

Nachdem eine Person oder eine Organisation eine Stellungnahme zum neuen Nachtnetz 2022 an den VVL übermittelt hat, erhielt diese zudem direkt ein Bestätigungsmail und konnte die Stellungnahme als PDF herunterladen. Dies ist wichtig, da beispielsweise Parteien und Verbände ihre Stellungnahme oftmals auf der eigenen Webseite publizieren möchten.

Teilnehmerverwaltung E-Mitwirkung
In der Teilnehmerverwaltung sind alle Adressaten mit dem Status der Stellungnahme auf einen Blick sichtbar.


Messung der Akzeptanz

Den Teilnehmenden der Vernehmlassung wurden unterschiedliche Mitwirkungsmöglichkeiten geboten. Mittels einer Kurzbefragung konnte die generelle Akzeptanz zum neuen Nachtnetz 2022 und spezifischen Teilaspekten davon gemessen werden. Dadurch hat der VVL ein gesamtheitliches Stimmungsbild zur Akzeptanz erhalten. Laut Daniel Heer hat die Auswertung der Akzeptanzbefragung gezeigt, dass der vorgeschlagene Weg weitgehend unterstützt wird. Es gab lediglich wenige ablehnende Haltungen und deren Ursprung konnte schnell herauskristallisiert werden.

Auf einen Blick kann die Zustimmung zu den Grundsätzen ausgewertet werden.


Rückmeldungen zu den Liniennetzplänen auf einer interaktiven Karte

Nebst der Akzeptanzbefragungen konnten die Teilnehmenden der Vernehmlassung auch konkrete Rückmeldungen direkt im Konzeptbericht und den Liniennetzplänen erfassen.

Die Teilnehmenden konnten Ihre Rückmeldung direkt im Dokument oder auf dem Linienplan erfassen.


Organisationen haben bei der Erfassung von Rückmeldungen die Möglichkeit, direkt in der E-Mitwirkung weitere Personen einzuladen und so die Stellungnahme kollaborativ im Team zu erarbeiten. Diese innovative und neue Art der Vernehmlassung kam auch bei den Teilnehmenden gut an.

Daniel Daucourt

Bei Interessengruppen und Vereinen arbeiten oft mehrere Personen an einer Vernehmlassungsantwort. Eine Online-Lösung, die die Zusammenarbeit ermöglicht und fördert, unterstützt uns dabei, fundierte und kohärente Stellungnahmen einzureichen.

Daniel Daucourt
Präsident, VCS Verkehrs-Club der Schweiz Sektion Ob- und Nidwalden

Effiziente Auswertung und breite Einsatzmöglichkeiten

Die Mehrheit der eingeladenen Stellen haben die Möglichkeit der digitalen Vernehmlassung genutzt und dabei total 153 Rückmeldungen erfasst. Die Rückmeldungen wurden in der E-Mitwirkung automatisch den entsprechenden Kapiteln zugeordnet und konnten kollaborativ durch mehrere VVL-Mitarbeitende parallel beurteilt und ausgewertet werden.

Nach der Beurteilung sind die berücksichtigten Anliegen in die Überarbeitung des Konzeptberichts Nachtnetz 2022 aufgenommen worden. Anliegen, die nicht berücksichtigt werden können, wurden entsprechend beantwortet und begründet. Ein entsprechender Mitwirkungsbericht mit sämtlichen Rückmeldungen und den kollaborativ erfassten Beurteilungen konnte ebenfalls direkt aus der E-Mitwirkung generiert und entsprechend aufbereitet werden.

Die E-Mitwirkung hat dem VVL geholfen, die Vernehmlassung zum Nachtnetz 2022 effizient und effektiv durchzuführen. «Die Einsatzmöglichkeiten der E-Mitwirkung sind sehr vielseitig», bestätigt Daniel Heer. So kann er sich vorstellen, dass auch zukünftig vermehrt Vernehmlassungen im Bereich Mobilität und Verkehr digital durchgeführt werden.